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KwaZulu Natal (SA) 2010 Endlich!   Aus   verschiedenen   Gründen   ist   es   1,5   Jahre   her,   dass   ich   das   letzte   Mal   als   Giraffenmog- Copilot   durch   Afrika   fahren   durfte.   Und   nun   muss   ich   feststellen,   dass   ich   nicht   mehr   wirklich   weiß, wie der Unimog so funktioniert. Leichtes Fremdeln   Für   die   vielen   kleinen   Handgriffe,   die   während   eines   Tages   nötig   werden   –   Umbau   des   Esszimmers   zu einem   Bett,   Öffnen   der   Gasventile,   Starten   des   Warmwasserboilers,   ect.   –   muss   man   einfach   wissen, wo man in welcher Reihenfolge hin greifen muss. Bereits   am   ersten Abend   ist   es   mir   aufgefallen:   Ich   habe   die   Metall-Leiter   abgehängt   –   überings   ohne, dass    mir    dieses    schwere    Monster auf   den   Hirnkasten   geknallt   ist!   Im Training   bin   ich   also   noch..   –   und dann   stand   ich   da,   wie   der   Ochs   vor dem   neuen   Tor:   Wie   ging   das   noch mal?   Wie   macht   man   die   Leiter   an der    Schwelle    fest???    Es    ist    mir wieder   eingefallen   –   aber   es   hat   ein paar   Minuten   gedauert.   Und   es   war nicht   das   einzige   Mal,   dass   ich   mit dem    „Wie    ging    das    noch    mal?“ Probleme   bekommen   habe:   Obwohl der   Unimog   an   dem   Stromnetz   des Campingplatzes   hing,   habe   ich   die Steckdose   für   den   Laptop   genutzt, die      über      die      Batterie      läuft. Irgendwie    war    mir    entfallen,    dass wir       zwei       Sorten       Steckdosen haben… Peinlich   wurde   es   dann   bei   der   ersten   Dusche:   Zugegeben,   unser   Bad   ist   nicht   sehr   groß.   Aber   bisher hatte   ich   nie   Probleme   mich   dort   rein   zu   basteln,   zu   duschen   und   auch   wieder   raus   zu   klettern.   Bis jetzt…   Bei   dieser Tour   saß   ich   das   erste   Mal   in   der   Duschwanne   und   plötzlich   habe   ich   mir   den   kleinen Hocker   herbei   gesehnt,   den   mein   Mann   immer   zum   Duschen   benutzt.   Die   Dusche   ist   durch   die   wenige Benutzung   eingegangen!!!   (Die   andere   Erklärung   –   nämlich   dass   ich   in   der   Zwischenzeit   zugenommen und einfach steif geworden bin – ist komplett ausgeschlossen und sollte hier nicht erwähnt werden!) Camping Beauty-Tipps Diese   Reiseberichte   werden   von   einer   Frau   geschrieben   –   und   da   müssen   MakeUp   und   Klamotten   ja früher oder später auch mal als Thema kommen…. Liebe Männer: Ich bin Euch nicht böse, wenn Ihr diesen Abschnitt einfach überspringt. Als Vorbereitung   für   diesen   Urlaub   hatte   ich   einen Termin   beim   Friseur.   Beim Warten   habe   ich   in   einer Frauenzeitschrift    auf    MakeUp-    und Kleidungstips        für        den        Urlaub gefunden.    Interessant    –    das    südliche Afrika    war    auch    mit    dabei:    Welche Lidschattenfarbe   passt   zur   Landschaft, wo      bekommt      man      Kleider      mit Ethnomuster….    Was    eigentlich    noch gefehlt    hat,    war    die    Anleitung    zum Laufen    in    Highheels    bei    sandigem Untergrund.   Ich   habe   herzhaft   lachen müssen! Meine    Styling-Tipps    sehen    da    ganz anders     aus:     Die     Klamotten     sollten möglichst   alt   und   verknautscht   sein   dann   fallen   weiter   Flecken   auch   nicht mehr     weiter     auf.     Sie     sollten     in gedeckte     Farben     sein.     Kann     man zuhause    selbst    färben,    indem    man    T-Shirts    und    Hosen    mit    beliebigen    Farben    wild    in    einer Waschmaschine   mischt   und   dann   auf   90   Grad   stellt.   Anschließend   dann   im   Trockner   2   Stunden   lang kurz   und   klein   kochen.   Alles,   was   danach   noch   passt,   ist   für   den   Urlaub   geeignet.   Weil:   Genauso werden   die   Klamotten   behandelt,   wenn   man   in   einem   Camp   mal   eine   Waschmaschine   ergattert   und zufällig   auch   die   richtige   Mischung   an   Kleingeld   besitzt.   Auf   die   Farbänderungen   nach   jeder   Wäsche kann     man     gespannt     sein     –     und     sie     unterstützen     eigentlich     nur     noch     den     „Charakter“     des Kleidungsstücks. Zum MakeUp: Wer braucht denn so was???!? Die   ultimative   Frisur   für   den   Urlaub   im   Unimog   sieht   auch   nach   einem Tage   unter   einer   Baseballkappe noch     brauchbar     aus. Also    entweder:    lange Haare                         im P   f   e   r   d   e   s   c   h   w   a   n   z     zusammen       getüddelt oder          kurz          und strubbelig.     Die     dritte Alternative       –       glatt rasierte      Kopfhaut      dürfte    vielleicht    doch ein wenig mutig sein. Ich   habe   mich   für   kurz und                 strubbelig entschieden   und   wollte das   eigentlich   von   dem Friseur           realisieren lassen.      Gesagt      habe ich,           dass           das Kopfgemüse   wegen   einem   Camping   Urlaub   in   Afrika   ab   muss.   Dann   habe   ich   Brille   ausgezogen   und sie   machen   lassen.   Als   ich   die   Brille   wieder   aufgezogen   habe,   war   die   Hälfte   von   meinen   Haaren verschwunden   –   bis   auf   einen   jämmerlichen   Rest   an   der   linken   Seite   der   Stirn,   der   da   wie   vergessen rum   hing.   Vielleicht   hat   sie   ja   da   vergessen   dort   zu   schneiden???!?   Aber   nein   –   diesen   Teil   sollte   ich mit   ein   wenig   Schaum   und   einer   mittelgroßen   Rundbürste   in   Form   föhnen.   (HÄH???   Mittelgroße RundBÜRSTE???    CAMPING-Urlaub    in    AFRIKA    in    einem    UNIMOG???!??)    Die    entscheidende Botschaft   scheint   bei   der   Friseuse   nicht   angekommen   zu   sein….   Und   sie   war   auch   nicht   davon   zu überzeugen,   dass   diese   Gebammsele   ebenfalls   ab   muss.   Die   Bewaffnung   mit   einer   Rundbürste   –   und noch   dazu   einer   mittelgroßen!   –   kommt   für   mich   nicht   in   Frage.   Aber:   Sie   hat   mich   davon   überzeugt, es   mit   diesem   halb   geschnittenen   Stirnfransen   mal   zu   probieren.   Also   bin   ich   drei   Tage   lang   mit   einer Frisur   wie   ein   öfters   aber   einseitig   gebrauchter   Staubwedel   durch   die   Gegend   gerannt   –   bis   ich   dann mit   Nagelschere   diesem   Drama   ein   Ende   gemacht   habe.   Ich   glaube,   bei   der   nächsten   Tour   denke   ich doch mal über eine Kopf-Rasur nach… kleinere Verluste Etwas,   was   man   nicht   machen   sollte:   Über   Nacht   etwas   zum   trocknen   auf   die   Stossstange   legen,   um   es am   Morgen   wieder   einzusammeln.   Morgens   laufen   wir   meist   nur   hinter   dem   Mog   rum   und   kommen maximal   bis   an   die   Fahrertür   –   die   Stossstange   ist   also   außer   Sichtweite.   Und   dann   passiert,   was kommen   muss:   Der   Kram   wird   vergessen.   So   geschehen   mit   meinen   absoluten   Lieblingslatschen.   Nach drei   Wochen   intensiven   Gebrauch   haben   sie   einen   Eigengeruch   angenommen,   der   nicht   so   angenehm war   –   weswegen   ich   sie   in   einem   kleineren   Bach   gründlich   gewaschen   habe.   Tja,   jetzt   liegen   sie   auf dem    Campingplatz    des    Ithala-Gamereservs,    weil    sie    mir    erst    zwei    Stunden    nach   Abfahrt    wieder eingefallen sind… Und    die    dümmste    meiner   Aktionen    war:    Stromkabel    abziehen,    verstauen    –    und    gleichzeitig    den Adapter   in   der   Steckdose   vergessen.   Schon   wieder!   Und   natürlich   ist   das   erst   am   nächsten Abend   und rund 400km entfernt aufgefallen. Glücklicherweise   haben   wir   immer   zwei   Adapter   dabei,   so   dass   wir   den   Mog   auch   weiterhin   an   das Netz   hängen   konnten,   wenn   denn   eines   vorhanden   war.   Der   beste   Ehemann   unter   den   Unimog-Fahrern weiß   schon,   warum   er   nur   richtig   gut   ausgestattet   mit   mir   losfährt.   Wenn   ich   so   weiter   mache,   dann muss   sich   auf   südafrikanischen   Campingplätzen   keiner   mehr   Sorgen   wegen   einem   fehlenden   Adapter machen: Einer von unseren steckt immer irgendwo! Tücken der Campingmöbel   Ich   gebe   es   zu   –   auch   zuhause   bin   ich   schon   kein   besonders   ambitionierter   Koch.   Und   wenn   man abends   von   einem   Gamedrive   im   Dunkeln   auf   den   Campingplatz   fährt,   einen   Mordshunger   hat   und SOFORT   etwas   zu   Kauen   haben   will   -   dann   macht   die   Kocherei   noch   weniger   Spaß.   Meistens   gibt   es deshalb   Nudeln   mit   Tomatensoße…   auf   die   Dauer   ein   wenig   eintönig   aber   schnell   und   einfach   zu machen. Dieses   Mal   hatte   ich   mir   vorgenommen,   ein   wenig   ausgewogener,   gesünder   und   weniger   kohlehydrat- lastig   zu   kochen.   Braai   wäre   eine   Alternative   –   aber   da   unser   Kühlschrank   nicht   sooo   zuverlässig funktioniert     (vorne     friert     alles     an     der     Kühlplatte     fest     und     weiter     hinten     ist     gerade     noch Raumtemperatur)       ist die       Lagerung       von Grillgut       ein       wenig schwierig.      Aber:      In Deutschland      gibt      es mittlerweile     Tofu     im Tetrapack.       Da       wir beide      keine      großen Fleischesser   sind,   wäre damit     die     abendliche ß    gesichert. Eigentlich… Nach   einer Woche   habe ich      mich      aufgerafft: Mit     Stirnlampe     habe ich    Gemüse    und    Tofu klein           geschnippelt während    der    Reis    auf dem               Gaskocher geblubbert   hat.   Geplant war,   erst   den   Reis   zu   kochen,   ihn   in   eine   Schüssel   zu   kippen   und   dann   den   anderen   Kram   in   dem   schon gebrauchten   Topf   anzubraten   (Minimierung   des   Abwasches!).   Hat   bis   zu   dem   Punkt   gut   funktioniert, an   dem   ich   den   Reis   in   eine   Schüssel   gekippt   habe:   Dann   hat   der   Campingtisch   auf   dieser   Seite Übergewicht   bekommen   und   ist   umgekippt.   Die   ganze   Bescherung   lag   auf   meinen   Füssen   und   im Sand!   Ich   habe   dann   zwar   –   mit   gut   justierten   und   festgeschraubten   Tischbeinen!   –   noch   einmal   von vorne   angefangen.   Aber   ich   war   so   wütend   auf   mich   selber,   dass   ich   überhaupt   keinen   Hunger   mehr hatte…. Das selbst-heilende Getriebe   Beim   ersten   Ölwechsel   in   SA   wurde   in   das   Splitgetriebe   organisches   80W90   Öl   eingefüllt.   Eigentlich wäre   synthetisch   70W90   das   richtige   Öl   –   aber   hatten   sie   nicht.   Und   (O-Ton   des   Werkstattleiters)   jaja, dochdoch   –   auch   das   günstigere   Öl   kann   man   mit   dem   Getriebe   fahren.   Das   sind   LKW-Profis,   die wissen   wovon   sie   reden   –   dachten   wird.   Nur   leider   fing   nach   einiger   Zeit   das   Splitgetriebe   an   zu mucken:   Wir   konnten   immer   schwerer   zwischen   den   normalen   und   den   Zwischengängen   hin   und   her schalten. Als   der   Punkt   erreicht   war,   dass   man   mehrmals   kräftig   auf   die   Kupplung   latschen   musste   (ich hatte   schon   den   Eindruck,   dass   ich   gleich   das   Bodenblech   durch   getreten   habe),   haben   wir   das   Getriebe einfach   in   den   Zwischengängen   gelassen   und   haben   beim   Fahren   auf   die   normalen   Gänge   verzichtet. Ging auch… Vor   der   nächsten Tour   hat   mein   Mann   dann   den   Schalter   –   den   wir   eigentlich   für   die   Ursache   des   Übels gehalten   haben   –   ausgetauscht.   Und:   Man   konnte   wieder   schalten….   Aber   nach   ganz   kurzer   Zeit   fing dasselbe   Drama   von   vorne   an.   Um   nicht   noch   einen   Schalter   zu   ermorden   haben   wir   die   niedrigen Gänge komplett abgeschrieben…. Jetzt   war   wieder   ein   Ölwechsel   fällig   –   und   dieses   Mal   ist   75W90   GL4   in   das   Splittgetriebe   rein gekommen.   Und   siehe   da:   Kein   Problem   mehr   beim   Schalten!   Scheinbar   haben   die   Vorgaben   der Hersteller bezüglich des Öls doch einen gewissen Sinn. Die lustige Giraffe Manchmal   halte   ich   Giraffen-"Tarnung"   doch   für   einen   Fehler…   Der   Wagen   ist   jetzt   so   auffällig   wie ein   fahrender   Weihnachtsbaum   –   und   wenn   man   drin   sitzt,   dann   ist   man   eigentlich   unter   ständiger Beobachtung. Irgendjemand guckt immer… Bei   dieser   Tour   sind   wir   durch   eine   Menge   kleiner   Dörfer   im   Norden   von   KwaZulu   gefahren   –   und sind   entsprechend   aufgefallen.   Und   fast   alle   Leute   am   Straßenrand   haben   gelacht,   etwas   gerufen   und uns   gewunken.   Solange   auch   nur   einer   beim   Sichten   unseres   Mogs   zu   lachen   anfängt   –   so   lange   wird der Mog ein Giraffenmog blieben! Zollprobleme Der   Grenzübergang   zwischen   Süd-Afrika   und   Swasiland   wurde   erst   vor   kurzem   richtig   groß   ausgebaut und   mit   einer   neuen,   ambitionierten   Mannschaft   besetzt.   Bei   der   Ausreise   wurden   wir   von   den   Jungs beiseite   zitiert   und   kontrolliert.   Normalerweise   passiert   das   bei   der   Einreise   –   aber   gut,   so   ein   Wagen macht   neugierig   und   wir   rechnen   eigentlich   immer   damit,   dass   die   Grenzbeamten   das   Ding   etwas genauer   ansehen   wollen.   Dieses   Mal   wollten   sie   es   allerdings   ganz   genau   wissen:   Als   erstes   mussten wir   die Alukisten   mit   den   Ersatzteilen   öffnen,   die   über   dem   Führerhaus   stehen.   Dafür   sind   –   zusammen mit   meinem   Mann   –   ein   Polizist   und   eine   Zollbeamtin   auf   das   Dach   geklettert.   Dort   oben   wurden   die Kisten   kontrolliert   -   und   beschlossen,   dass   wir   jedes   Einzelteil   deklarieren   müssen.   Ob   wir   denn   eine Liste   der   Einzelteile   hätten?   Hatten   wir –aber   nicht   als   Ausdruck,   sondern   nur im    Computer.    Das    hat    leider    nichts genutzt   und   nur   dazu   geführt,   dass   wir jetzt     auch     den     Laptop     deklarieren sollten. Grrrmpfflll... Mein    Mann    war    schon    kurz    davor umzudrehen   und   einfach   wieder   nach Süd-Afrika   zurück   zu   fahren,   als   raus kam:    Es    ist    nicht    so,    dass    die    Süd- Afrikaner   diese   Deklaration   brauchen. Nein     –     die     Swasi     würden     darauf bestehen!      Angeblich      machen      die Strassenkontrollen    und    treiben    Geld ein,   wenn   man   diese   Deklaration   nicht vorweisen     könnte.     Also     haben     wir gemeinsam      angefangen,      Listen      zu schrieben.   Nach   zwei   Minuten   taucht   ein   etwas   erfahrener   Beamter   auf,   warf   einen   Blick   auf   das Carnet   und   hat   anschließend   die   Listenschreiberei   beendet.   Das   brauchen   nur   Süd-Afrikaner,   die   mit einem   südafrikanischen   Fahrzeug   durch   Swasiland   reisen.   Bei   uns   reicht   das   Carnet.   Und   wir   verzollen in Deutschland. Soweit – so gut. Teil   2   des   Dramas   fand   dann   bei   der   Wiedereinreise   nach   Süd-Afrika   statt:   In   der   Regel   gehen   wir getrennt    zur    Passkontrolle.    Gerade    bei    den    größeren    Übergängen    laufen    so    viele    Leute    auf    dem Gelände   rum,   dass   wir   den Wagen   nicht   alleine   lassen   wollen.   Mein   Mann   geht   –   bewaffnet   mit   seinem Reisepass   und   Carnet   –   als   erster   und   regelt   seine   Einreise   und   die   des   Unimogs.   Danach   folge   ich   mit meinem Reisepass. Dieses   Mal   jedoch   nicht:   Er   hat   beschlossen,   dass   er   eigentlich   keine   Lust   auf   die   Diskussion   am   Zoll hat   –   und   da   das   Carnet   innerhalb   der   Zollunion   nicht   abgestempelt   wird   –   wollte   er   es   einfach   mal   so versuchen.   Immerhin   hat   diese   Methode   an   der   Swasi-Grenzkontrolle   jetzt   auch   schon   zwei   Mal   prima geklappt.   An   dem   Schlagbaum,   der   die   Grenzstation   von   Süd-Afrika   trennt,   habe   ich   den   „Alles-in- Ordnung-mach-den-Schlagbaum-auf“-Zettel   vorgezeigt   –   und   musste   hören,   dass   da   ein   Stempel   fehlt. Also   bin   ich   mit   beiden   Pässen   aber   ohne   Carnet   zu   den   Zoll-Schaltern   marschiert.   Da   mein   Mann   ja schon   alles   geklärt   hatte   –   dacht   ich zumindestens      –      und      nur      die Zollbeamtin   schusseliger   Weise   den Stempel   vergessen   hat,   sollte   das   ja schnell   zu   regeln   sein.   Mein   Mann –   abgelenkt   von   einem   Polizisten   hat   von   meinem   Abgang   nichts   mit bekommen.   Am   Zollschalter   wurde ich      dann      prompt      nach      dem ominösen    DA-irgendwas    Formular gefragt,   dass   wir   bei   der   Ausreise eben   gerade   nicht   ausgefüllt   haben. Ausgestattet      mit      dem      sicheren Wissen,   dass   das   Carnet   schon   auf dem   Tisch   lag   und   für   gut   befunden wurde,   habe   ich   losgelegt:   „We   are Germans.   This   is   a   german   car.   It has   a   german   numberplate.   We   only need   a   carnet   de   passage.“   Gebetsmühlenartig,   mehrmals   hintereinander   mit   nur   geringen   Variationen. Und    die    Zollbeamtin    hat    tatsächlich    irgendwann    mit    den    Schultern    gezuckt    und    mir    den    Zettel abgestempelt    –    ohne    das    Carnet    selber    jemals    gesehen    zu    haben!    DAS    habe    ich    allerdings    erst erfahren, als wir durch den Schlagbaum durch und in Süd-Afrika waren. Festgefahren Es   ist   ja   schon   ein   wenig   peinlich...   Und   ich   habe   wirklich   ernsthaft   darüber   nachgedacht,   ob   ich   es hier   erzählen   soll. Andererseits   –   warum   eigentlich   nicht? Also:   Ich   wollte   unbedingt   ein   Bild   von   dem Unimog   mit   dem   indischen   Ozean   im   Hintergrund. Als   wir   1998   das   erste   Mal   in   Südafrika   waren,   war es    kein    Problem.    Jeder    hat    seinen    Bakkie    (   Auto    mit    Ladefläche.    Gibt    es    in    Südafrika    in    jeder verfügbaren     Größe     angefangen     beim     Corsa- Bakkie!!!)   mit   an   den   Strand   genommen.   Jeder ist   soweit   an   die   Wasserlinie   ran   gefahren,   wie   er sich   halt   getraut   hat,   hat   seine   Angel   ausgepackt, seine    Frau    auf    den    Beifahrersitz    verstaut,    die Flasche   Bier   geöffnet   –   und   den   Tag   am   Strand genossen. Heute   geht   das   nicht   mehr.   Angel,   Frau   und   Bier darf   man   zwar   immer   noch   mit   an   den   Strand nehmen   –   aber   der   Bakkie   muß   draußen   bleiben. Eigentlich   auch   gut   so   –   ohne   Autos   sehen   die Strände besser aus und sind definitiv ruhiger... Also   mußten   wir   für   mein   begehrtes   Strandbild ein   wenig   suchen.   An   der   Sodwana   Bay   sind   wir fündig    geworden.    Nach    einer    etwas    längeren Fahrt   aus   den   Hügeln   von   KwaZulu   runter   an den   Strand   –   die   wie   immer   länger   gedauert   hat als    eigentlich    geplant    –    sind    wir    genau    zum besten    Fotolicht    am    Strand    angekommen.    Und tatsächlich:    Dort    darf    man    sein    Boot    mit    dem Auto   ans Wasser   bringen! Also   los!   Das   Fotolicht ist   sehr   schnell   weg!!!   Ich   habe   mich   sofort   mit der     Kamera     bewaffnet,     bin     aus     dem     Auto gesprungen    und    wollte    meinen    Mann    in    die richtige    Foto-Position    dirigieren.    Er    fährt    los, dreht   eine   langsam   Kurve   –   und   bleibt   ein   paar Meter    vor    der    gewünschten    Position    stehen. „Fahr     noch     ein     Stück     weiter.“     „geht     nicht, komme   nicht   weiter,   sonst   buddle   ich   mich   ein.“ ????!????   Ich   habe   es   für   einen   Witz   gehalten   soooo   tief   war   der   Sand   nun   auch   wieder   nicht.   .....   War   aber   keiner...   Der   Luftdruck   wurde   das   letzte Mal   in   den   Drakensbergen   bei   4   Grad   korrigiert.   Jetzt   waren   wir   auf   Seehöhe,   es   war   um   die   20   Grad und die Reifen waren von der langen Fahrt auch noch recht warm. Ergebnis: 1 bar zu viel Druck. Macht   nichts   –   ich   habe   meine   Fotos   halt   in   der   nicht   ganz   so   optimalen   Position   geschossen,   mein Mann   hat   während   dessen   den   überflüssigen   Druck   aus   den   Reifen   abgelassen   –   und   als   das   Licht   weg war sind wir ganz gemütlich weg getuckert. zu gross Der   Nationalpark,   den   ich   mir   bei   diesen   Trip   unbedingt   ansehen   wollte,   war   der   Tembe   Elephant   Park im    Norden    von    KwaZulu.   Angeblich    gibt    es    dort    die    größten    Elefanten   Afrikas    –    und    so    eine Behauptung kann ich nicht einfach glauben. Das muss ich selber sehen... Leider   sind   wir   nur   durch   das   Gate   gefahren   und   durften   direkt   wieder   drehen.   Ein   Blick   des   Rangers auf   unser Auto   –   und   es   war   klar,   daß   wir   dort   nicht   rein   dürfen.   Der   Unimog   ist   zu   hoch   für   das   dichte Gestrüpp....   Eine   Möglichkeit   wäre   noch   die   Lodge   gewesen. Aber:   Nachdem   wir   15   Minuten   versucht haben,   jemanden   an   die   Strippe   zu   bekommen,   der   uns   sagen   kann,   ob   in   der   Lodge   überhaupt   noch etwas frei ist – und bei dem letzten Versuch einfach aufgelegt wurde – haben wir aufgegeben. Aber   es   geht   auch   anders:   In   einer   Lodge   in   Mooi   River   haben   wir   ein   Baumhaus   gemietet,   daß   etwas abgelegen   lag   und   nur   durch   ein   kleines Wäldchen   zu   erreichen   war.   Der   Besitzer   hatte   keine   Probleme mit   der   Größe   des   Unimogs   –   immerhin   sind die       Lieferfahrzeuge       auch       da       durch gekommen.   Was   er   nicht   bedacht   hatte:   Das war   schon   ein   paar   Jahre   her   und   die   Bäume sind seitdem gewachsen.... Es   war   schnell   klar:   da   kommen   wir   nicht durch.   Aber   jetzt   war   der   Besitzer   in   seiner Ehre   getroffen.   Wenn   er   sagt,   daß   wir   da hinfahren   können,   dann   geht   das   auch.   Also wurde   die   Kettensäge   ausgepackt   und   der kleine   Durchgang   so   lange   „optimiert“   bis wir    mit    ein    bißchen    Gebastele    und    im richtigen    Winkel    tatsächlich    durch    fahren konnten.
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