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Mozambique März 2012 Endlich!   Dieses   Mal   haben   wir   den   Trip   in   Richtung   schneeweisse   Strände   und   warmen   Meer   wahr gemacht.   Nachdem   wir   schon   mehrere   Anläufe   gemacht   haben   -   diese   aber   nie   weiter   als   eine   Stunde Fahrzeit    in    das    Landesinnere    von    Mozambique    geführt    haben,    habe    ich    schon    nicht    mehr    daran geglaubt. Aber vor der eigentlich Fahrt standen noch ..... die Vorbereitungen In   unserer   Zeit   als   Mietwagenfahrer   hat es    mich    immer    geärgert,    wie    viel    Zeit dafür    nötig    war,    den    Mietwagen    auf Defekte   oder   fehlende   Teile   –   wie   zum Beispiel       einen       nicht       vorhandenen Wagenheber     –     zu     untersuchen,     den Vermieter   davon   zu   überzeugen,   dass   die gefunden   Mängel   zu   beheben   sind   und die    Wartezeit    bis    er    es    dann    endlich gemacht   hat.   In   Namibia   haben   wir   nur in   einem   Fall   einen   Wagen   bekommen, bei       dem       nicht       alle       4       Reifen ausgewechselt     werden     mussten.     Halb ausgeschlafen     nach     einem     Nachtflug macht      das      Durchgehen      von      selbst erstellen    Checklisten    immer    besonders Spaß.   Und   die   immer   langwierige   Diskussion   mit   den Vermietern   hinterher   ist   besonders   nervig.   Dieser Vorgang hat jedes Mal den ersten Tag gekostet, den ich viel lieber schon auf der Pad verbracht hätte. Deswegen    wollte    ich    unseren    eigenen    Wagen    im    südlichen    Afrika    fahren:    Bei    dem    ist    der Wartungstand   bekannt,   Ersatzteile   und   Werkzeug   sind   überreichlich   vorhanden   –   und   wenn   etwas erledigt   werden   muss,   dann   macht   man   es   halt.   So   hatte   ich   mir   die   Sache   zumindest   vorgestellt. Richtig wäre gewesen: Man weiß vor der Abfahrt immer genau, was noch zu tun ist. So   haben   die   Vorbereitungen,   die   mein   GöGä   dieses   Mal   durchziehen   musste,   aus:   Unimog   anlassen und   dabei   die   Luft   anhalten,   dass   er   anspringt.   Hat   er   dieses   Mal   nicht   getan,   weil   sich   die   Batterien über   irgendwelche   Kriechströme   entladen   haben.   Also   zuerst   die   Batterien   mit   den   Batteriestrang   des Innenraums     überbrücken.     Unimog     startet,     Batterien     laden.     Prima!     Dann     die     Nachbarn     mit Dieselgestank   erfreuen,   weil   der   Unimog   für   ca.   45   Minuten   im   Leergang   läuft,   um   die   Batterien weiter   zu   laden.   In   dieser   Zeit:   Freuen,   dass   der   Mog   ohne   weitere   Überredungskunst   von   alleine Druck   aufbaut   und   sich   die   Bremsen   lösen.   Immerhin!   Druckkreislauf   ist   noch   dicht.   Dann:   Ladegerät umklemmen   und   das   mittlerweile   gründlich   eingedreckte   T-Shirt   gegen   ein   altes   T-Shirt   tauschen,   dass für   die Arbeit   am   Unimog   gedacht   war.   (Dreck   aus   dem   neuen   T–Shirt   wird   beim   Waschen   nicht   mehr raus gehen – und die Sammlung der Arbeits-T-Shirts ist wieder um eines größer geworden.) So   –   Unimog   läuft   wieder.   Das   ist   der   richtige   Zeitpunkt,   um   den   per   eMail   ausgemachten   Termin   bei der   Werkstatt   für   die   Wartungsarbeiten   zu   betätigen.   Nur   leider   ist   die   Werkstatt   telefonisch   nicht erreichbar…..   und   nicht   erreichbar…   und   nicht   erreichbar…   und   schließlich   hat   dann   doch   jemand   das Telefon     gefunden     und     wir     haben     für     den     nächsten    Tag     einen    Termin     für     den     Ölwechsel. Glücklicherweise   –   das   ist   eine   ziemliche   Sauerei   und   es   wäre   bestimmt   wieder   ein   T-Shirt   von   der Kategorie   „kann   man   in   der   Öffentlichkeit   tragen“   zu   „geht   nur   noch   für   Arbeiten   an   dem   Unimog“ übergewechselt. In    der    Zwischenzeit    bin    ich    mit    der    Ausstattung    des    Unimogs    beschäftigt.    Zuerst    mal    Gepäck verstauen.   Da   ich   seit   1,5   Jahren   nicht   mehr   in   Süd-Afrika   war,   sind   viele   meiner   Klamotten   wieder zurück   nach   Deutschland   geschleppt   worden.   Wer   jetzt   glaubt,   dass   in   unserem   Kleiderschrank   damit viel   Platz   ist,   der   irrt.   Den   neu   geschaffen   Platz   haben   Männer   T-Shirts   ausgefüllt,   die   sich   allein   im Dunklen   hemmungslos   vermehrt   haben.   Und   zwar   –   wer   hätte   das   geahnt???   –   alle   vom   T-Shirttyp „nur   für   die   Arbeit   im   Unimog geeignet“.          Bevor          mein Krempel    in    den    Staufächern Platz     findet,     müssen     diese Dinger    erstmal    platzsparender verstaut   werden.   Dann:   Check der   Vorräte.   GöGa   war   auf   den letzten   Touren   alleine   oder   mit einem       Kumpel       unterwegs. Folglich   sind   alle   Vorräte,   die Vitamine      oder      Ballaststoffe enthalten       nicht       angetastet worden.   Ich   vermute,   dass   er, wenn     er     sich     unbeobachtet fühlt,     von     der     Schokolade- Keks-Grillfleisch-Diät   lebt.   (Er bringt   zwar   jedes   Mal   ein   Bild   von   einem   Salat   mit,   den   er   angeblich   gegessen   hat.   Meine   Vermutung ist:   Er   hat   die   Camping-Nachbarn   mit   der   Kamera   überfallen   und   von   deren   frischen   Salat   ein   Foto gemacht!)   Folglich   sind   alle   Gemüse-Konserven   noch   vollständig   vorhanden.   Nudeln   und   Reis   wurden nicht   angetastet,   müffeln   aber   nach   Vorratsraum,   so   dass   sie   entsorgt   werden   müssen.   Fertig-Sossen: Ebenfalls   noch   vollzählig   aber   leider   weit   über   dem   Verfallsdatum.   Instant-Kaffee:   Komplett   alle, leeres   Glas   noch   vorhanden   (Aha!   Hab’   ich   Dich!   Du   weißt   also   doch,   wo   die   Vorräte   liegen!). Teebeutel: Alle   noch   da   –   riechen   aber   sehr   aromatisch   nach   gut   abgelagerten   Heu.   Besteckkasten: War kurzeitig verschollen, ist jetzt aber wieder aufgetaucht und gut eingestaubt. Nachdem   die   Einkaufsliste   erstellt   ist,   müssen   wir   nur   noch   der   Unimog   von   dem   Staub   der   letzten Monate   befreien,   die   Bakterienkulturen   im   Kühlschrank   bekämpfen,   Wasser   auffüllen,   Chemietoilette beladen,   die   Fahrerkabine   von   eingedreckten   T-shirts   und   gut   getrockneten   Schlamm   und   Blättern befreien,   das   Kabelgewirr      aus   den   diversen   Fächern   wieder   rausschmeißen   und   auf   seinen   Platz verweisen   –   und   dann   können   wir   eigentlich   fahren.   Und   zwar   zum   nächsten   Supermarkt,   um   die Fressalien aufzufüllen, die dann auch noch irgendwie verstaut werden müssen. Im     Ganzen     haben     wir     dann     von     dem Nachflug    übernächtigt    zwei    Tage    richtig hart    geschuftet.    Nicht    zu    vergessen:    Wir kommen   gerade   aus   Deutschland,   wo   sich die   Anfang   März   üblichen   7    nach   den   -15   des     Februars     ziemlich     warm     angefühlt haben…..   und   in   Süd-Afrika   ist   Sommer! Mit   gefühlten   30    im   Schatten.   Und   von   den über   1500   Metern   Höhendifferenz   zwischen dem   Rhein-Main-Gebiet   und   Pretoria   merkt man     in     den     ersten     Tagen     auch     jeden einzelnen   Meter.   Trotzdem!   Ich   ziehe   diese Vorbereitungsstress   im   eigenen   Wagen   noch immer   den   leidigen   Diskussionen   mit   dem Mietwagenverleiher vor! Gepäck Beim   Verstauen   meines   Gepäcks   haben   sich   zusätzliche   Schwierigkeiten   ergeben.   Ich   habe   nach   einer Liste   –   erstellt   von   GöGa   –   gepackt   und   dabei   versucht,   mich   auf   das   Nötigste   zu   beschränken.   Ich wusste,    dass    4    Paar    Schuhe    hier    in    Süd- Afrika    auf    mich    warten.    Für    einen    Mann vielleicht    eine    ausreichende    Information    ich    hätte    gerne    gewusst,    welche    das    sind. Trotzdem     habe     ich     ganz     mutig     KEINE weiteren    Schuhe    eingepackt.    Ich    war    mir sicher,    dass    meine    Lieblings-Slipper    hier sind;   Wanderschuhe   hatte   ich   auf   dem   Flug an   –   und   damit   wäre   die   Grundversorgung hergestellt.      Irrtum!      Der      Blick      in      die Schuhkiste   hat   gezeigt,   dass   meine   Lieblings- Slipper   nicht   da   sind.   Und   dann   fiel   es   mir ein:   Die   hatte   ich   bei   dem   letzten Trip   auf   der Motorhaube    vergessen    und    im    Ithlala    N.P. verteilt!   Und   von   den   anwesenden   Paaren   ist eines   kaputt,   ein   anderes   kurz   davor   –   und die   anderen   beiden   zu   unbequem   für   den   Dauergebrauch.   Also:   Schuhe   einkaufen!   Und   dann:   Wo   ist eigentlich   mein   Hut???!?   Verd….   noch   mal!   So   groß   ist   der   Unimog   doch   nicht!   Wo   ist   das   Ding???!? Wo   auch   immer   es   ist   –   es   hat   sich   erfolgreich   vor   mir   versteckt.   Also:   Deckel   einkaufen!   Und   in   der Zwischenzeit   die   Birne   nicht   stundenlang   in   die   prallen   Sonne   halten,   sonst   ist   mit   einem   Sonnenstich zu rechnen!!! Männerwirtschaft Eine   Warnung   an   alle   UnimoglerINNEN:   Überlasst   den   Unimog   niemals   für   längere   Zeit   alleine Eueren   Mann!   Die   Vorräte   sind   danach   zwar   so   gut   wie   unangetastet   –   aber   Euere   ausgeklügelte Strategie   zur   perfekten   Nutzung   des   vorhandenen   Stauraums   könnt   Ihr   komplett   vergessen!   Wie   schon erwähnt   –   der   Platz   für   Euere   Klamotten   ist   vermutlich   durch   T-Shirts   mit   Ölflecken   belegt.   Aber: Fächer   für   Putzmittel,   Kosmetika   und   Medikamente   oder   Laptop,   Ladegeräte   und   Kameras   haben   auch neue    Bewohner    gefunden.    Egal    welches    Fach    ich    dieses    Mal    geöffnet    habe    –    es    war    durch Kabelgewirr,   Schraubenschlüssel   oder   irgendwelches   andere   Männerspielzeug   belegt.   Irgendwie   sind unbemerkt   von   mir   diverse   Funkgeräte   mit Zubehörteilen     wie     Ladegerät,     Halterung, Laufsprecher,   Lötkolben   (ok   –   das   ist   jetzt überrtrieben.   Einen   Lötkolben   habe   ich   noch nicht   gefunden.   Aber   geben   wir   ihm   noch ein      paar      Monate…..),      Antennen      und Antennenfüsse….    im    Unimog    eingezogen und        haben        sich        dort        ungehemmt ausgebreitet.     Und     natürlich     muss     dieser ganze        Elektroschrott        unbedingt        in Sekundenschnelle           griffbereit           sein. Glücklicherweise    hatten    wir    in    den    ersten Tagen   einen   Mietwagen,   der   am   Flughafen zurück    gegeben    werden    musste.    Da    der Unimog   sich   ganz   schlecht   mit   dem   dortigen Verkehr     verträgt,     hat     GöGä     die    Abgabe alleine   gemacht.   Und   ich   habe   während   dessen   unbeobachtet   im   Unimog   gewerkelt.   Und   das   habe   ich hemmungslos   ausgenutzt   und   diesen   Krempel   in   die   alleruntersten,   allerhintersten   Fächer   verbannt. Die   Abwesenheit   des   Herrchens   ist   dabei   unbedingt   nötig,   sonst   müsst   Ihr   bei   jedem   abgeschnittenen Kabel   darüber   diskutieren,   warum   gerade   das   super   wichtig   ist   und   genau   dort   liegen   bleiben   muss,   wo Ihr   es   gefunden   habt.   Während   ich   das   hier   schreibe,   streichelt   mein   Mann   gerade   noch   mal   die   frisch geladenen   Batterien   –   und   hat   meine   Umräumaktion   noch   nicht   entdeckt.   Sollte   es   zu   einem   grösseren Krach   kommen,   wenn   er   irgendwas   von   diesem   Zeug   sucht   (was   ich   überings   fast   nicht   glaube!)   werde ich berichten. Neues Equipment Weil    der    beste    Ehemann    von    allen    im    letzten    Jahr    noch    besser    war    als gewöhnlich,   habe   ich   eine   Bestellung   beim   Weihnachtsmann   aufgegeben   –   und der   hat   dann   das   Solarpanel   geliefert,   um   das   GöGä   schon   seit   2   Jahren   rum schleicht,   dass   ihm   aber   immer   zu   teuer   war.   Ab   sofort   können   wir   unsere Batterien   auch   an   Campingplätzen   laden,   die   keine   Stromversorgung   haben. Gerade   bei   diesem   Trip   keine   schlechte   Idee   –   wenn   man   die   leeren   Batterien bedenkt,   mit   denen   uns   der   Unimog   begrüßt   hat.   Leider   habe   ich   nicht   daran gedacht,   dass   wir   2   Batteriestränge   mit   je   2   Batterien   haben   –   und   ein   Panel   nur eine   Batterie   in   einer   vernünftigen   Zeit   laden   kann.   Deswegen   müssen   wir immer   umklemmen   und   abwechselnd   laden.   Etwas   ungeschickt,   da   wir   tagsüber meist   unterwegs   sind   und   die   Sonne   abends   traditionell   untergeht.   Egal   -   wir haben    das    Ding    bei    diesem    Trip    ausprobiert    und    für    gut    befunden.    Und ansonsten gilt: Auch am Ende diesen Jahres ist wieder Weihnachten…. Wer   schon   mehrere   meiner   Berichte   gelesen   hat   weiß,   dass   ich   schon   seit   über   zwei   Jahren   ständig meckere,   dass   der   Unimog   während   des   Sommers   zu   heiß   zum   schlafen   ist.   Wir   haben   schon   mehrere Varianten durchgespielt, um das zu ändern: 1) Dachzelt   auf   den   Unimog   setzten:   Das   Ding   ist   zu   schwer,   erhöht   den   Schwerpunkt   –   und außerdem   könnte   ich   einen   Gang   zur   Toilette   im   Innenraum   vergessen,   da   dieser   ohne   Leitern hoch   und   runterklettern   nicht   mehr   zu   erreichen   wäre…   Und   das   kriege   ich   im   Halbschlaf leider nicht hin! 2) Einbau   einer   WoMo-Klimaanlage   im   Innenraum:   Wir   hatten   den   Platz   schon   gefunden,   GöGa wollte   schon   ein   Loch   für   die   Abluft   in   den   Boden   der   Kabine   sägen   –   als   uns   im   allerletzten Moment   ein   Techniker(!!!!)   der   Herstellerfirma   verraten   hat,   dass   wir   das   Ding   bei   der   ersten Fahrt über eine Pad vermutlich schrotten werden. 3) Einbau   einer   Klimaanlage,   die   durch   den   Motor   betrieben   wird   und   deren   Kühlleistung   in   den Innenraum    geleitet    wird:    Unsere    Unimogspezialisten    in    Thüringen    hätten    sich    mit    etwas Überredungskunst   dazu   bereit   erklärt,   so   was   zu   probieren.   Was   sie   nicht   machen:   Einzelteile liefern   und   eine   Einbauanleitung   bereitstellen.   Sie   haben   dringend   davon   abgeraten,   den   Einbau in   Afrika    zu    probieren.    Das    Ergebnis    hätte    vermutlich einen   Haufen   Geld   gekostet   und   nicht   den   gewünschten Effekt gebracht. Jetzt    hat    mein    GöGa    die    Methode    gefunden,    die    nicht    nur funktioniert,   sondern   auch   nur   50€   gekostet   hat:   Wir   haben   zwei Ventilatoren.   Einer   funktioniert   mit   220V,   ist   an   der   Einstiegstür angebracht   und   zieht   –   hoffentlich   kühle   –   Luft   von   aussen   an und    bläst    sie    in    den    Innenraum.    Der    zweite    Ventilator    ist      verstaut    –    und    kommt    dann    zum    Einsatz,    wenn    wir    einen Stellplatz   haben,   an   dem   kein   Stromanschluss   verfügbar   ist.   Der 12V-Ventilator    hält    problemlos    die    ganze    Naht    durch    und ermöglicht uns auch im schwülwarmen Mozambique einen guten und tiefen Schlaf. Fahrschule In   den   letzten   3   Jahren   habe   ich   nicht   allzu   oft   auf   dem   Fahrersitz   gesessen.   Beim   letzten   Mal   habe   ich schon   ein   bisschen   gefremdelt   –   dieses   Mal   brauchte   ich   eine   komplett   neue   Einweisung.   Meine   erste Amtshandlung    als    Fahrer    war    das    Verwechseln    der    Handbremse    mit    dem    Schalthebel    für    den Rückwärtsgang.     (Peinlich!)     Und     wie     war     das     doch     gleich     noch     mit     dem     Schalten     der Zwischengänge???!? Da   ich   auf   der   Autobahn   mit   mehreren   Spuren   geradeaus   nur   ein   paar   kleine   Hügel   hoch   und   runter fahren   musste,   hatte   ich   ziemlich   bald   das   Gefühl,   dass   die   Erinnerung   wieder   kommt.   Gut,   bei   der Polizeikontrolle,   bei   der   sie   mich   raus   gewunken   haben   (Wir   werden   IMMER   kontrolliert!   Das   ist   der Preis    der    auffälligen    Lackierung…)    wollte    ich    eigentlich    ganz    elegant    mit    dem    Getriebe    runter bremsen   und   habe   dann   die   niedrigen   Gänge   nicht   rechtzeitig   rein   bekommen   –   aber:   Ich   bin   dort stehen geblieben, wo die Polizistin mich haben wollte und bin ihr dabei nicht über die Füsse gefahren. Und   dann   hat   sich   die   Autobahn   auf   nur   eine   Fahrspur   verengt   –   und   gleichzeitig   tauchten   dunkle Wolken   mit   Blitz   und   Donner   vor   uns   auf.   Mit   den   ersten   Regentropfen   traf   ein   LKW   auf   uns   gesteuert    von    einem    jungen    und    etwas    zu    mutigen    Zulu-Krieger    –    und    ich    fing    an,    den Scheibenwischer    zu    suchen.    Erster    Versuch:    Das    Hochstellen    des    Schalthebeldings    am    Lenkrad aktiviert   den   Blinker.   Ach   ja,   richtig…den   habe   ich   ja   schon   die   ganze   Zeit   benutzt….   Aber   wo verdammt     ist     der     Scheibenwischer???     Da     ist     nur     EIN     Schalthebeldings     am     Lenkrad!!!!! “FRAAAAAANK!!!!   Wo   ist   der   Scheibenwischer   ????!!!???“   „Ende   vom   Blinker!“   Richtig!!!   Da   ist ein    Knubbel!!!    Freu,    drauf    drück….    DIE    HUPE    TRÖTET    LOS.    Prima!    „WOOOOOO    ist    der Scheibenwischer???!!???“   „ÜBER   der   Hupe!“   Häh???   Über   der   Hupe????   Die   Hupe   ist   das   westliche Ende    des    Schalthebeldings.    Da    ist    nichts mehr drüber!!! Zu   diesem   Zeitpunkt   ging   ausserhalb   der Fahrerkabine    gerade    die   Welt    unter.    Null Sicht    durch    die   Windschutzscheibe    –    ich fahre    nach    Geruchssinn.    Die    so    langsam aufkommende     Panik     schafft     genau     die richtige           Situation           um           dieses Schalthebeldings    mal    in    aller    Ruhe    zu untersuchen.    Hinter    mir    ist    dem    jungen Krieger   gedämmert,   dass   ich   nicht   auf   den Seitenstreifen      und      auf      das      daneben liegende   Geröll   ausweichen   werde,   damit er    im    absoluten    Überholverbot    an    mir vorbei   kann.   Seinen   Unmut   macht   er   per Lichthupe Luft. GöGa   hat   in   dem   Moment   das   einzig   Richtige   gemacht:   Quer   über   mich   drüber   gegriffen   und   den Scheibenwischer   angestellt.   OK,   da   ist   noch   ein   weiterer   Schalter.   Scheibenwischer   wedelt.   Verbessert allerdings   die   Sicht   nur   mässig,   weil   die   Windschutzscheibe   dreckig   und   die   Wischblätter   alt   sind. Ausserdem   ist   es   mittlerweile   ziemlich   dunkel.   Meine   Frage   „Und   wie   mache   ich   jetzt   das   Licht   an?“ ignoriert GöGa komplett. Vermutlich hat er mittlerweile auch Angst um sein Leben. Der   Zulu-Häuptling   am   Lenkrad   hat   inzwischen   die   Strategie   geändert:   Vielleicht   will   er   mir   damit drohen,   dass   er   mich   anschiebt   –   jedenfalls   klebt   er   an   unserem   Hintern.   Das   macht   nun   das Anhalten unmöglich,   da   er   dann   vermutlich   auf   uns   drauf   knallt.   AAARrrgghhhhh!   Und   da   kommt   meine Rettung in Form einer Ausfahrt: 1) Blinker setzten 2) bis 5 zählen und beten, dass der Blinker funktioniert und der Krieger ihn auch sieht UND begreift, dass gleich die Bremslichter angehen werden 3) laaaangsaaaaam auf die Bremse treten, auf den Aufprall warten, der nicht erfolgt und dann 4) die Ausfahrt nehmen 5) ausatmen, Panik absenken und auf sofortigen Fahrerwechsel bestehen Natürlich   ist   der   LKW   dann   laut   hupend   an   uns   vorbei   gefahren. Auch   wenn   es   sehr   unwahrscheinlich ist, dass er dies hier lesen wird – eines möchte ich dem Fahrer sagen: Du   bist   der   Meinung,   dass   ich   ein   absoluter   Idiot   bin   und   diese   Karre   nicht   fahren   kann?   Danke   für   den Hinweis   –   auf   diese   Idee   bin   ich   auch   schon   gekommen.   Ich   habe   in   den   diesen   10   Minuten   mein Bestes   gegeben,   um   Dir   möglichst   wenig   auf   die   Nerven   zu   gehen.   Dich   haben   die   letzten   10   Minuten nur eines gekostet – eben diese 10 Minuten. Ich habe dafür mit Jahren meines Lebens bezahlt! nächtliche Reparaturen Am   Ende   dieser   „entspannten“   Fahrt   sind   wir entgegen    allen    Erwartungen    doch    noch    mittlerweile     im     Dunkeln     -     in     Nelspruit angekommen.   Wir   waren   mit   einem   Freund verabredet,    der    am    Ende    einer    5km    langen Staubstrasse    wohnt.    Der   Aufbau    von    einem deutlichen     Überdruck     im     Innenraum     ist notwendig,   da   sonst   der   aufgewirbelte   Staub in   das   Innere   des   Unimogs   gesogen   wird   und    ich    meine    Putzerei    vom    Morgen    bei unserer Ankunft   gleich   noch   mal   machen   darf.     GöGa   hält   auf   den   letzten   Metern   Asphalt   an und    meint    „Jetzt    hoffen    wir    mal,    dass    der Lüfter   anspringt.“   WIE???   Bisher   ist   er   doch immer   prima   gelaufen???   Was   ist   denn   jetzt los?    Wie    sich    rausstellt,    haben    wir    immer noch   die   unerklärlichen   Stromausfälle   in   der   Fahrerkabine,   weil   die   Konverter   ständig   einen   schnellen Tod   sterben.   GöGa   der   der   Ursache   einfach   nicht   bei   kommt,   hat   die   Nerven   verloren   und   ein   neues Kabel   gezogen.   Davon   war   der   Schalter   für   den   Lüfter   zwar   nicht   betroffen   –   was   ihn   aber   nicht   davon abhält   den   Dienst   zu   versagen.   Auch   das   Zurückstöpseln   der   Kabel   hilft   nicht:   Der   Lüfter   schwiegt. (Wie   gesagt:   Eigentlich   hat   das   neue   Kabel   ja   auch   gar   nichts   mit   dem   Lüfter   zu   tun….   Aber   was probiert   man   nicht   alles   aus,   wenn   man   die   letzten   10   Minuten   einer   Fahrt   ENDLICH   hinter   sich bringen    will. )    Nach    30    Minuten    Gebastel    in    der    dunklen,    heissen    Kabine    akzeptiere    ich    mein Schicksal,   stelle   mich   auf   eine   abendliche      Putzorgie   ein   und   blase   zum   Aufbruch.   Aber   ich   habe Glück:   Bei   nur   15   km/h   dauern   die   5   km   zwar   ewig   –   aber   es   wird   auch   kein   Staub   rein   gezogen.   Die Bilanz von diesem letzten Streckenabschnitt ist: Langsames Fahren – zum Preis von 20 zusätzlichen Minuten Fahrzeit. In der Erwartung einer Sandwüste die Einstiegstür öffnen und alles ist noch sauber – einfach unbezahlbar! Am    nächsten    Morgen    bei   Tageslicht    war    dann    schnell    klar:   Alle    Ösen    hingen    zwar    fest    an    den Batterieanschlüssen   –   aber   eines   der   Kabel   hing   nicht   mehr   an   der   Öse.   Kleiner   Fehler   –   grosse Wirkung….. Grenzübergang Komatipoort Wir   haben   nun   schon   einige   Grenzübergänge   rund   um   die   Zollunion   des   südlichen   Afrikas   kennen gelernt   –   aber   Komatipoort   ist   einer   der   unangenehmsten.   Dort   drücken   sich   jede   Menge   Gestalten rum,   die   einem   –   tuschel,   tuschel,   tuschel   –   versprechen,   die   gesamte   Zollabfertigung   für   15   ZAR   zu übernehmen.   Das   wäre   mehr   als   billig   -   wenn   aus   den   15   ZAR   nicht   dank   Wechselkurse,   die   mit   der Realität   nichts   zu   tun   haben,   am   Ende   nicht   150   US$   würden…   Den   Trick   kennen   wir   schon   –   und darauf fallen wir nicht noch einmal rein. Aber   die   haben   noch   weitere   Tricks   auf   Lager:   Beim   Reinfahren   auf   die   „MOZ“-Seite   wurden   wir   von einem   gut   gekleideten   jungen   Mann   in   eine   Parklücke   gewunken.   Ich   meinte   noch   „der   sieht   aber   nicht sehr   offiziell   aus…“   –   da   hatte   mein   Mann ihm     nach     Aufforderung     schon     unseren Gatepass   in   die   Hand   gedrückt.   Klingt   mit Abstand   betrachtet   ein   bisschen   dämlich   aber   es   ist   uns   schon   passiert,   dass   offizielle Beamte   im   Dienst   keine   offizielle   Uniform getragen   haben.   Und   ausserdem   kann   dieses Stückchen   Papier   nicht   sooo   wichtig   sein… (Ausser,   dass   man   es   zwingend   vorzeigen muss,     um     den     Grenzposten     wieder     zu verlassen – ganz egal in welche Richtung!) An   den   Grenzen   lassen   wir   unseren   Wagen nie   alleine   stehen.   Also   ist   GöGa   allein   mit dem   Typ   in   Richtung   Büros   verschwunden. Der   Typ   hat   ihn   begleitet   –   und   ist   dort   von den          Beamten          angemeckert          und rausgeschmissen   worden.   Er   ist   auch   gegangen   -   mit   unserem   Gatepass   in   der   Hand.   Und   kaum draussen   hat   er   den   Pass   einem   anderen   in   die   Hand   gedrückt   -   und   dann   haben   sich   beiden   unsichtbar gemacht.   GöGa   ist   dem   Typ   auf   dem   Weg   zum   Unimog   zurück   wieder   über   den   Weg   gelaufen,   hat   ihn sich    gegriffen    und    wegen    dem    verschwundenen    Gatepass    zur    Rede    gestellt.   Antwort:   Alles    kein Problem,   GöGa   soll   sich   nicht   aufregen   und   einfach   mitkommen,   dann   bekommt   er   auch   unseren Gatepass   wieder.   Mitkommen   bedeutet,   in   einen   in   ein   Versicherungsbüro   umgebauten   Container   zu gehen,   wo   schon   jemand   damit   beschäftigt   war,   unsere   Daten   in   ein   Formular   einzutragen.   Third   Party Insurance:   Die   Erfindung   aller   Entwicklungsländer,   um   bei   Einreisenden   mit   eigenem   Auto   noch   mal abzukassieren.   Die   hatten   wir,   um   Zeit   zu   sparen,   schon   bei   einer   Tankstelle   in   Koomatiport   gekauft. Eine   zweite   wollten   wir   ganz   sicher   nicht.   Hat   GöGa   dem   Typ   auch   gesagt   –   aber   natürlich   war   dassen Versicherungs   etwas   gaaaaanz   anderes   und   würde   von   uns   zur   Einreise   ebenfalls   benötigt.   Na   klar doch!   Einen   Fehler   haben   die   „Versicherungsvertreter“   allerdings   begangen:   Unsere   Daten   standen   auf dem   Gatepass   –   und   um   sie   bequem   abschreiben   zu   können   lag   der   fehlende   Gatepass   auf   der   Theke. Und   den   hat   sich   GöGa   einfach   gegriffen   und   ist   aus   dem   Container   raus   marschiert.   Ein   klarer   Fall von noch mal Glück gehabt! Geldwechseln Etwas   anderes   kann   man   an   diesem   Grenzübergang   auch   tun:   illegal   Geldwechseln.   Ich   gehe   davon aus,   dass   das   irgendwie   illegal   ist,   weil   man   von   diversen   seltsamen   Gestalten   deswegen   angetuschelt wird.   (Ohne   rassistisch   sein   zu   wollen: Wenn   ein   Schwarzer   mit   seiner   Stimme soweit    runter    geht,    dass    man    ihm    fast auf   die   Füsse   klettern   muss,   um   ihn   zu verstehen      –      dann      ist      irgendetwas oberfaul!)    Uns    wurde    bei    dem    ersten Versuch   ein   ziemlich   fairer   Wechselkurs von   3,5   zum   Rand   angeboten.   Ich   kann bei   dieser   Wechselei   nicht   sehen,   wo   der Geldwechsler    das    Geschäft    macht,    da die    Banken    ungefähr    den    selben,    nur leicht    schlechteren    Kurs    anbieten.    Wir wollten    es    auch    nicht    rausfinden    und haben     bei     dieser     Tuschelei     dankend abgelehnt.   Leider   hatte   die   Bank   an   der Grenze   gerade   keinen   Strom,   so   dass   wir ohne   einen   Metical   in   das   Land   gefahren sind.   War   kein   Problem,   die   erste   Maudstation   auf   der   N1   akzeptiert   ZAR.   Der   Wechselkurs   ist   nicht berauschend    –    aber    für    kleine    Beträge    durchaus    akzeptabel    –    zumal    das    Ganze    das    nicht    mit Schlangestehen   am   Wechselschalter,   Passvorzeigen   und   Ausfüllen   diverser   Formulare   verbunden   ist. Wer   sich   also   mit   einem   kleinen   Grundstock   an   Metical   ausrüsten   will   bezahlt   einfach   mit   einem grösseren   ZAR-Schein   und   hat   in   minutenschnelle   Geld   gewechselt.   Überings:   Die   zweite   Maudstelle auf   der   N1   hat   trotz   großartiger   Ankündigung   mit   Schildern   keine   ZAR   mehr   akzeptiert.   Wir   mussten 60    Metical    bezahlen,    hatten    vorher    aber    nur    50    Metical    als    Wechselgeld    bekommen.    Grössere Diskussionen   –   wir   durften   weiter   fahren,   nachdem   wir   10   ZAR   in   Münzen   zusätzlich   bezahlt   haben. Das   war   nun   wirklich   ein   mieser Wechselkurs   –   aber   bei   einem   Betrag   von   1€   denkt   man   darüber   nicht weiter nach. Eine   weitere   Methode   zum   Geldwechseln   ist   das   Tanken.   Es   sieht   so   aus,   als   würden   alle   grösseren Tankstellen   ZAR   in   Scheinen   akzeptieren   –   und   auch   hier   bekommt   man   das   Wechselgeld   in   Medical. Aber   Vorsicht:   VOR   dem   Tanken   nach   dem   Wechselkurs   fragen.   Ich   fürchte,   wenn   der   Sprit   schon   im Tank   ist,   dann   bekommt   man   einen   schlechteren   Kurs.   Und: An   den   Zapfstellen   wird   der   Preis   für   den getankten    Sprit    in    Medicals    angezeigt.    Die   Tankwarte    sind    mit   Taschenrechnern    ausgerüstet    und rechnen    dann    in    ZAR    um.    Hier    immer    NACHRECHNEN!    Scheinbar    haben    die    Tankwarte    eine Summe   im   Speicher   der   Taschenrechner,   die   sie   unauffällig   auf   die   zu   zahlende   Summe   in   ZAR   drauf addieren.   Uns   hat   ein   Tankwart   erklären   wollen,   dass   wir   für   1900   Medicals   bei   einem   Kurs   von   3:1 750 ZAR zu zahlen hätten….. Wir   haben   dann   überings   Geld   gewechselt,   als   wir   zufällig   an   einer   Filiale   der   Standard   Bank   in Maputo vorbei gefahren sind - an einem ATM mit Hilfe der Kreditkarte. Polizeikontrollen Die    Polizeikontrollen    in    Mozambique    sind    seit    Jahren    berüchtigt:    Touri-Autos    werden    aus    dem Verkehrsstrom   gefischt,   die   Fahrer   mit   völlig   haltlosen   Beschuldigungen   konfrontiert   und   erst   wieder nach   dem   Zahlen   einer   deftigen   Strafe   entlassen.   Die   erste   Kontrolle   auf   der   N1   befindet   sich   keinen Kilometer       hinter       dem       Grenzposten.       Wir       waren       vorbereitet:       Verstösse       gegen       die Geschwindigkeitsbeschränkung     sind     bei     dem     Unimog     eh     etwas     schwierig     bis     unmöglich. Durchgestrichene   Linien   werden   nicht   überfahren   und   Überholverbote   beachtet.   Ausserdem   sind   seit neustem   2(!!!)   gelbe   Warnwesten   (GELB!   Nicht   rot,   nicht   orange   –   sondern   GELB!!!)   und   2(!!!) Warndreiecke   Pflicht.   Haben   wir   besorgt.   Ausserdem   Schokoladenriegel,   Cola   und   Zigaretten   für   die kleine   Bestechung   nebenbei.   Unsere   süd-afrikanischen   Freunde   hatten   uns   gesagt,   dass   die   Kontrollen nicht mehr so übel sind und man mit solch kleinen Gaben und ohne Strafe durch kommen kann. Also:    Bestens    vorbereitet    sind    wir    an    die    Kontrolle    ran    gefahren    –    und    wurden    einfach    weiter gewunken.   Genauso   wie   an   7   weiteren   Kontrollstellen   auf   der   N1.   Ein   paar   wollten   uns   eigentlich filzen    –    haben    es    sich    aber    im    letzten Moment   anders   überlegt.   Ob   das   vielleicht an    dem    Nummernschild    liegt????    Dafür musste   jeweils   der   arme   Mensch   in   dem Auto    hinter    uns    ddran    glauben.    Nur    in einem    Fall    hat    ein    gut    gelaunter,    dicker Polizist   sein   Vorhaben   durch   gezogen.   Er kam   strahlend   zur   Fahrertür   hat   uns   nett begrüsst   –   und   uns   eröffnet,   dass   wir   in dem   letzten   Ort   mit   einer   Geschwindigkeit von      70km/h      erwischt      worden      sind. Blödsinn! Wir   haben   genau   darauf   geachtet –   und   bei   70   km/h   fliegen   uns   bei   offenem Fenster     bereits     die     Ohren     weg.     Also: Heftiger   Widerspruch   von   meinem   Mann. „Doch,   doch,   Du   warst   zu   schnell   –   komm raus   gucken,   ich   zeige   es   Dir.“   Auf   dem   Radargerät   wurde   –   welch   ein   Zufall!   -   auch   wirklich   eine Geschwindigkeit   von   exakt   70   km/h   angezeigt.   Nicht   68,9   km/h   oder   70,3   km/h,   sondern   ganz   exakt   70 km/h.   (Die   Jungs   können   noch   nicht   einmal   glaubhaft   ihre   Messwerte   türken!   Aber   das   soll   ihnen   bei Gelegenheit   jemand   anderes   erklären….)   GöGa   hat   gelacht   –   und   erklärt,   dass   unser Auto   nur   maximal 60    km/h    fahren    kann    –    die    Messung    folglich    schlicht    nicht    stimmt.    (Das    war    jetzt    ein    bisschen übertrieben.   Können   könnte   der   Dicke   schon…..).   „Ahja,   hhmm….   Seid   Ihr   das   erste   Mal   hier?   Ja?   Na gut,   dann   passt   bitte   besser   auf.   70   km/h   ist   in   Ortschaften   viel   zu   schnell! Aber   dieses   Mal   lasse   ich   es noch mal durch gehen, bla bla bla…“. Bei   der   zweiten   und   letzten   Kontrolle,   die   wir   ertragen   mussten,   hatten   wir   nicht   ganz   so   viel   Glück: Zuerst     ein     Check     des     Führerscheins     und     der     Fahrzeugpapiere,     dann     die     Überprüfung     der Sicherheitswesten   und   der   Warndreiecke   (der   Kauf   hat   sich   also   doch   gelohnt!)   –   und   dann   wurde   der Blinker   kontrolliert.   Und   genau   diesen   Moment   hat   sich   unser   Dicker   ausgesucht,   um   die   Blinker ausfallen   zu   lassen.   Vermutlich   war   er   sauer,   weil   er   die   letzten   Tage   nicht   mehr   so   viel   bewundert wurde   (…   ich   glaube,   der   Dicke   braucht   das!)   Auch   durch   rütteln   an   den   Sicherungen   ließ   sich   der Blinker   nicht   zum   Leben   erwecken.   Nun   ja,   dafür   waren   dann   umgerechnet   30€   Strafe   fällig.   Da   wir keine   Quittung   haben   wollten,   gab   uns   der   Polizist   ungefähr   10€   wieder   zurück.   Und   jetzt   dürfen   wir alle drei Mal raten, in wessen Kasse das Geld gewandert ist…. Totalverlust Von dem Blinker habe ich ja schon berichtet – aber das war noch nicht alles: Die   Kombination   Regen   -   aktiver   Scheibenwischer   –   Schlagloch   kann   ziemlich   fatal   sein:.   Mitten   in einem   nachmittäglichen   Schauer   in   Mozambique,   in   dem   wir   gerade   mal   wieder   hektisch   nach   7- stündiger    Fahrt    unsere    Destination    gesucht    haben,    bleibt    unser    Scheibenwischer    mitten    auf    der Windschutzscheibe   kleben.   Die   erste   Hoffnung   war,   dass   der   Hupfer   durch   das   Schlagloch   einfach   die Mechanik   ausgehängt   hat   und   das   Ganze   durch   zurückbiegen   des   Scheibenwischers   sich   von   alleine wieder    einhängt.    Aber    leider,    leider    –    Scheibenwischer    liegt    weiterhin    faul    am    Rande    der Windschutzscheibe   rum.   Der   Motor   ist   ok   –   aber   trotzdem   muss   zur   Reparatur   das   Amarturenbrett runter.      Das   wäre   auch   in   SA   schon   ärgerlich….   da   sind   wir   aber   nicht,   sondern   in   Mozambique   an   dem nördlichsten   Punkt   unserer   Route.   Genau   da,   wo   wir   den   Scheibenwischer   einmal   am   Tag   brauchen   ihn   aber   nicht   reparieren   können.   Da   bleibt   nur:   auf   gutes   Wetter   hoffen,   im   Regen   langsam   fahren   und darauf vertrauen, dass die Polizei im Regen nicht kontrolliert. Ein    weiteres    Schlagloch,    dieses    Mal    bei    schönem   Wetter    und    im    Schatten    gelegen,    hat    uns    den Druckreduzierer   gekostet.   Es   sah   relativ   harmlos   aus   –   bis   wir   mit   einem   riesigen   Satz   rein   gesprungen sind.   Ich   war   sehr   froh,   dass   ich   die   Pressluft-Dämpfung   meines   Sitzes   an   hatte   –   trotzdem   hat   sich mein    Rückrad    den    Rest    des    Tages    beschwert.    Dem    Pressluft-Dämpfer    erging    es    schlechter.    Ein Metallröhrchen   ist   durch   den   Schlag   in   der   Mitte   durch   gebrochen.   Auf   den   nächsten   50   km   bis   zum Camp   hat   der   Kleine   ziemlich   geschnauft.   Man   konnte   dem   Druckanzeiger   zusehen,   wie   er   runter gelaufen   ist.   Bis   dem   Kompressor   der   Druck   zu   gering   wurde   und   er   wieder   und   wieder   und   wieder... angesprungen ist. Fish Eagle Camp / Campismo Aguia Pesqueira Der   schönste   Campingplatz   auf   unserer   Tour   war das   Fish   Eagle   Camp   am   Massangir   Dam   im Limpopo   N.P.   Der   Ausblick   auf   den   Staudamm ist   einfach   unschlagbar   –   will   auf   den   letzten Kilometern    allerdings    erarbeitet    werden.    Die Stichstrasse,    die    von    der    Hauptstrassse    weg geht,    wurde    bei    stärkeren    Regen    zu    einem kleinen   Fluss.   Von   tieferen   sandigen   Stellen   bis hin   zu   rutschigen   Lehmabschnitten   mit   Geröll war   alles   dabei.   Kein   Problem   für   den   Dicken, an      einigen      Stellen      haben      wir      den      4x4 eingeschaltet    und    sind    gut    durch    gekommen. Das   Schlimmste   an   diesen   letzten   Kilometern   ist auf   dem   Video   nicht   zu   sehen:   Die   afrikanische Fauna    besteht    zu    80%    aus    Dornen.    Und    die kommen   bei   engen   Wegen   während   der   Fahrer gerne   mit   sehr   viel   Schwung   zum   offenen   Fenster   rein.   Also:   Fenster   zu!!!!.   Und   dann   hatten   wir   bei einer   Luftfeuchtigkeit   von   über   70   Prozent   fast   50   Grad   im   Führerhaus.   Bei   der   Ankunft   konnte   man mein T-Shirt auswringen! Leider   hat   sich   diese   Wetterlage   bis   zum Abend   gehalten.   Damit   war   unser   Schlafraum   mal   wieder   ein Backofen.   Dieses   Mal   durfte   der   12V-Ventilator   tapfer   dagegen   ankämpfen.   –   aus   „nicht   zu   ertragen“ wurde   dank   ihm   „geht   gerade   noch   so“.   Wir   hätten   den   Innraum   noch   ein   wenig   schneller   runter kühlen   können,   wenn   wir   die   Einstiegstür   offen   gelassen   hätten.   Da   wir   in   einem   Nationalpark   waren, geht   das   nicht   so   einfach:   Im   Mozambique   haben   die   Campingplätze   innerhalb   des   Nationalparks   keine Zäune.    Folglich    hat    jeder    4-Beiner    im    Park    auch    freien    Zutritt    zum    Campingplatz.    Und    die Lebensmittel   im   Innenraum   des   Mogs   sind   für   Paviane   und   Blue   Monkeys   sicher   sehr   interessant. Nachts   schlafen   die   zwar   auch   –   aber   sie   stehen   deutlich   früher   auf   als   wir.   Deswegen   haben   wir   hinten zuerst   ein   Moskitonetz   angebracht   und   darüber   ein   grobmaschiges   Netz   gespannt,   mit   dem   die   Ladung auf   LKW’s   gesichert   werden   kann.   Damit   war   die Tür   affensicher…..   allerdings   warf   der   lose   Saum   an der   Türschwelle   bei   mir   folgende   Frage   auf:   „Können   Schlangen   eigentlich   Leitern   hochklettern?“ Immerhin   war   der   Unimog-Innenraum   das   Wärmste,   was   in   der   näheren   Umgebung   zu   finden   war. Und   den   würde   ich   nur   ungern   mit   irgendwelchen   Kaltblütern   ohne   Beine   teilen….   (überings   auch nicht   mit   Kaltblütern   MIT   Beinen   –   nur   damit   hier   keine   Mißverständnisse   aufkommen   !)   Da   müssen wir noch eine andere Lösung finden. Und so lange bleibt die Tür zu! Sicherheit in Mozambique Über   die   Sicherheit   in   Mozambique   haben   wir   unterschiedliche Meinungen   in   Süd-Afrika   gehört:   Eine   Meinung   war,   dass   dies   das so   ziemlich   sicherste   Land   im   südlichen   Afrika   ist.   (Die   Aussage stammt     von     einem     Touroperator,     der     geführte     Touren     nach Mozambique   anbietet   und   die   auch   weiterhin   verkaufen   möchte.) Andere     haben     uns     heftig     davor     gewarnt,     nicht     auf     einem Campingplatz   oder   einer   Lodge   ohne   Securitiy   zu   übernachten. Zwar    ist    uns    ausser    durch    die    geschilderten    Gaunereien    in Mozambique   nichts   abhanden   kommen.   Andererseits….   Egal   in welcher   Situation   -   wir   wurden   dort   ausschließlich   als   Portemonaie auf    zwei    Beinen    behandelt.    Bei    dem    grosszügigen    Abzocken scheint    keinerlei    Unrechtsbewusstsein    bei    den    Einheimischen aufzukommen.   Da   fragt   man   sich   als   Tourist   dann   doch   wie   gross der   Schritt   direkt   zur   Selbstbedienung   aus   unserem   Eigentum   noch ist. Wir        haben        versucht,        ausschließlich        auf        gesicherten Campingplätzen   zu   übernachten   und   nicht   im   Dunkeln   durch   die Gegend   zu   gondeln.   Dies   wurde   allerdings   dadurch   erschwert,   dass es   z.Z.   scheinbar   keinen   aktuellen   Reiseführer   für   Mozambique   zu geben    scheint.    Selbst    bei    den    sonst    guten    Verlagen    habe    ich ziemlich   miese   Kritiken   gelesen   –   und   unsere   beiden   (!!)   haben   sich als   nicht   aktuell   raus   gestellt. Wir   sind   an   einem Abend   noch   einmal   für   1,5   den   schon   gefahrenen Weg zurück   gefahren,   weil   in   Xai-Xai   entgegen   der   Beschreibung   der   Reiseführer   nur   noch   Reste   von Campingplätzen   zu   finden   waren.   Und   wenn   man   einen   Camper   eine   Stichstrasse   entlang   fahren   sieht –   und   der   kommt   nicht   wieder   –   dann   wäre   der   ehemalige   Campingplatz   die   erste   Stelle,   an   der   ich nach   diesem   Fahrzeug   suchen   würde.   Mit   anderen   Worten:   wären   wir   geblieben,   hätten   wir   auf   dem Präsentierteller gesessen. Gleiches     gilt     für     das     Internet:     Dort     findet     man     sehr     schöne     Homepages     von     Resorts     mit Campingplätzen   -   von   denen   die   angegebene   Buchungsargentur   in   Süd-Afrika   seit   3   Jahren   nichts mehr gehört hat… Um   eines   klar   zu   stellen:   Die   Mozambikaner   sind   mit   Sicherheit   zur   überwiegenden   Mehrheit   ehrliche, nette   und   freundliche   Leute,   die   für   ihren   Lebensunterhalt   sehr   schwer   arbeiten.   Meine   Bedenken gelten   dem   kleinen   Bruchteil   der   Menschen,   die   nichts   mehr   zu   verlieren   haben.   Und   mit   diesen möchte ich mich nicht mitten in der Nacht auseinander setzten müssen.
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