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4 Wochen Krügerpark Februar 2016 Eigentlich sollte diese Tour unserem neuen WOMO-Reiseführer den letzten Schliff geben. Irgendwie hatte ich den Abgabetermin falsch in Erinnerung und das Buch musste noch vor Antritt der Reise beim Verleger sein. Aber ist dies ein Grund, nicht in den Krügerpark zu fahren??? Nein! Natürlich nicht! Und schon gar nicht, wenn man die letzten zwei Monate vorher am Rechner gesessen hat und im Geist alle vorherigen Touren Revue passieren lies. Backofen Womit   wir   nicht   gerechnet   hatten,   war   die   Regenzeit,   die   im   Januar/Februar   komplett   ausgefallen   ist. Wir   hatten   gehört,   dass   weniger   Regen   als   erwartet   –   und   deutlich   weniger   Regen   als   erhofft!   gefallen   war.   Aber   was   uns   im   Krügerpark   erwartete   –   darauf   waren   wir   nicht   gefasst.   Ein   paar Kilometer       südlich       von       Skukuza   verschwand   plötzlich   das   gesamte   Gras. Die   rote,   trockene   Erde   war   zu   sehen, auf     der     maximal     ein     paar     gelbe, trockene,      abgefressene      Grasstümpfe standen.      Fast      alle      Dämme      waren komplett       ausgetrocknet       und       die kleineren    Flüsse    führten    kein    Wasser mehr.   Die   Antilopen   sammelten   sich   in den   wenigen   Bereichen   der   Flüsse,   in denen   noch   ein   wenig   Grün   zu   finden war   –   und   die   Raubtiere   sammelten   sich ebenfalls     dort.     Wir     sehen     tote     und sterbende    Nilpferde    in    Gegenden,    in denen   weit   und   breit   keine   Pfütze   Wasser   war.   In   den   großen   Flüssen,   die   noch   ein   wenig   Wasser führten,   standen   die   Hippos   mit   ihren   Füßen   im Wasser   –   mit   knallrot   verbranntem   Rücken. Auch   wenn viele Tiere   in   Bereiche   abgewandert   waren,   die   noch   Gras   hatten   –   wir   haben   noch   nie   so   viele   Skelette im   Krügerpark   gesehen.   An   den   Straßen   standen   die   Impalas,   Warzenschweine   und   Schildkröten   und fraßen   den   schmalen   dünnen   Streifen   Grün,   der   sich   dort   durch   das   Kondenswasser   der Asphaltstraßen gebildet hat. Kurz   bevor   wir   eintrafen   erreichten   die Temperaturen    50    Grad.    Das    mussten wir    glücklicherweise    nicht    ertragen    aber     knapp     35     Grad     machten     den Unimog   auch   zum   Backofen.   Camping ohne    Stromanschluss    war    unmöglich, da    wir    den    Lüfter    die    ganze    Nacht laufen   lassen   mussten,   um   schlafen   zu können.   Die   schlimmste   Nacht   war   die Nacht,   in   der   der   Regen   einsetzte.   Bei über    30    Grad    um    22    Uhr    waren    alle Türen   und   Fenster   im   Unimog   offen   und   trotzdem   gab   es   keine   Abkühlung. Als    der    ersehnte    Regen    endlich    kam, kam   er   mit   kräftigem   Wind.   Unsere   Moskitonetze   halten   die   kleinen   Quälgeister   draußen   –   aber   gegen fette Regentropfen helfen sie nicht. Also haben wir alles zugemacht….. In   dieser   Nacht   sind   wir   langsam   gar   gekocht   worden. Am   nächsten   Morgen   war   das   Bett   klatschnass. Nicht   nur   die   Bezüge!   Auch   die   Kopfkissen   wurden   am   nächsten   Morgen   in   die   Waschmaschine gesteckt. Dappes Die   Hitze   während   de s   Tages   und   der   gesamten   Nacht   schlug   natürlich   auch   auf   die   Stimmung   –   und vor   allen   auf   die   Konzentration.   Und   so   einem   Konzentrationsloch   von   GöGa   wäre   ich   fast   zum   Opfer gefallen: Beim      Einzug      auf      dem      Maroela Campingplatz   habe   ich   das   Stromkabel gehalten       und       abgewickelt.       GöGa probierte    dabei    aus,    ob    es    bis    zum Stromanschluss     reicht     oder     er     den Unimog    noch    ein    Stück    zurückfahren muss.   Es   reichte   –   also   dreht   ich   mich um     und     wollte     das     Kabel     in     die Steckdose    des    Unimogs    stecken.    Was ich   nicht   gesehen   habe:   GöGa   –   völlig gefangen      in      seiner      Aufgabe,      den Unimog          an          das          Stromnetz anzuschließen     –     steckte     gleichzeitig sein   Ende   des   Kabels   ein.   Leider   war   er schneller,   so   dass   ich   einen   kräftigen   Schlag   abbekommen   habe.   Dem   FI   erging   es   wohl   ähnlich,   da   er sofort   rausgeflogen   ist.   Glücklicherweise   ist   außer   einem   riesigen   Schreck   und   einem   zeitweise   tauben Finger   nichts   passiert.   Trotzdem   werde   ich   nie   wieder   ein   Kabel   anfassen,   dessen   anderes   Ende   sich   in den Fingern von GöGa befindet! Antiautoritäre Erziehung Vielleicht   werde   ich   mich   jetzt   bei   ein   paar   Eltern   mit   dem   nächsten Abschnitt   unbeliebt   machen   –   aber ich   nutze   einfach   die   Gelegenheit,   dass   sie   nicht   widersprechen   können.   Dies   ist   mein   Beitrag   zum   das Thema   „Fernreisen   mit   Kleinkindern“   aus   Sicht   derer,   die   bei   der   Urlaubsplanung   der   Familie   nicht gefragt werden. Folgende      Szene      auf      dem      Satara Campingplatz:    Eine    deutsche    Familie mit   zwei   kleinen   Kindern   –   geschätzte   2 und   3    Jahre   alt   –   richtet   sich   auf   einem schattenlosen      Stellplatz      mit      einem Wohnmobil   häuslich   ein.   Es   war   einer dieser    Tage,    an    dem    die    Hitze    fast unerträglich   war   und   abends   noch   eine drückende    Schwüle    das    Ganze    noch etwas     schlimmer     machte.     Die     erste halbe   Stunde   war   alles   gut   –   und   dann wollte    der    Kleinste    unbedingt    einen Wasserkanister   hochheben,   der   aber   zu schwer    für    ihn    war.    Jammern    brachte ihm   weder   die   Aufmerksamkeit   seiner Schwester   noch   die   seiner   Eltern   ein.   Lauteres   Jammern   half   auch   nicht.   Lautes   Heulen….   immer   noch keine    Reaktion.    So    allmählich    steigerte    sich    der    Kleine    in    einen    ausgewachsenen    Wutanfall    mit Schreikrampf   rein,   den   die   Eltern   –   sitzend   am   Campingtisch   –   einfach   ignorierten.   Der   gesamte Campingplatz   war   nach   30   Minuten   infernalischem   Gebrüll   in   Aufruhr.   Auf   dem   Weg   zur   Toilette wurde   ich   mehrfach   gefragt,   ob   der   Kleine   in   einen   Skorpion   getreten   sein?   Nein?   Wird   er   gerade   von Seinen    Eltern    verprügelt    und    sollte    man    da    einschreitet?    Auch    nicht???!?    Was    ist    denn    dann passiert???!?   Auf   die   Antwort   „Wutanfall“   reagierten   die   Südafrikaner   nur   mit   Unverständnis.   Kein Wunder   –   einem   südafrikanischem   Kind würde    so    etwas    nicht    erlaubt    werden. Nach   weitern   15   Minuten   Schreierei   ich   dachte,   dass   den   Kleinen   vermutlich gleich   der   Schlag   treffen   würde   –   war das    Ende    meiner    Zündschnur    erreicht. Ich    fragte    die    Eltern    laut    und    nicht besonders     höflich,     ob     sie     das     nicht endlich   mal   abstellen   könnten??!?   Siehe da   –   auch   einmal   fiel   ihnen   ein,   dass   Sie einen     Sohn     haben,     der     gerade     den ganzen   Campingplatz   zusammen   brüllt und   die   Gegenmaßnahmen    wohl   in   ihren Verantwortungsbereich      fallen.      Nach weiteren      20      Minuten      und      einem vermutlich   demolierten   Inneren   des   Wohnmobils   war   endlich   Ruhe.   Vermutlich   ist   das   Kind   ins   Koma gefallen. Taten   die   Eltern   nichts,   ohne   mich   vorher   anzubrüllen.   Wie   kann   ich   so   unverschämt   sein?   Ob   mir nichts   anderes   einfallen   würde?   Ich   sollte   ihnen   lieber   helfen,   anstatt   rumzumeckern.   Liebe   Eltern: Kleinkinder   einem   drastischen   Klimawechsel   zuzumuten,   indem   man   sie   für   10   Stunden   per   Nachtflug nach   Südafrika   verschleppt,   ist   keine   gute   Idee.   Und   ganz   besonders   nicht Anfang   des   Kalenderjahres, wenn   es   dort   entweder   extrem   heiß   und   die   Malariagefahr   am   höchsten   ist. Auch   dann   nicht,   wenn   man für   das   Kind   keinen   Sitzplatz   bezahlen   muss!   Eine   ganz   besonders   blöde   Idee   ist   es,   ein   kleines   Kind bei   einer   Affenhitze   den   ganzen   Tag   in   ein   Wohnmobil   zu   sperren   und   durch   den   Krügerpark   zu schaukeln.   Dass   der   Kleine   am   Ende   des   Tages   auch   am   Ende   seiner   Nerven   war,   ist   nicht   besonders verwunderlich.   Dann   auch   noch   allen   Nachbarn   gründlich   auf   die   Nerven   zu   gehen,   indem   man   das Kind   einfach   ignoriert   und   schreien   lässt   -   DAS   ist   kein   Benehmen,   dass   man   sich   als   Gast   in   einem fremden   Land   erlauben   sollte!   Denkt   im   nächsten   Jahr   mal   über   Ferien   auf   dem   Bauernhof   nach. Einem   Kind   von   unter   5   Jahren   ist   es   egal,   ob   es   einen   Elefant   oder   eine   Kuh   sieht.   Es   ist   in   beiden Fällen tief beeindruckt! Der neue Tourismus Zusammen   mit   uns   waren   noch   eine   ganze   Menge   „Overlander“   im   Krügerpark   unterwegs.   Dies   ist eine Gruppe von Reisenden, zu denen wir wohl auch irgendwie gehören….. oder vielleicht auch nicht. Zunächst   einmal   scheint   uns   das   Auto   als   „Overlander“   auszuweisen,   so   dass   wir   von   einer   ganzen Menge   Leuten   auf   unserem   Standplatz   besucht   wurden.   Einige   davon   waren   seit   Jahren   weltweit   mit ihrem    LKW    unterwegs.    Mehrfache   Afrikadurchquerungen,    Europa    Tibet    und    wieder    zurück    und einmal    Sibirien    im    Winter    –    diese    Strecken    sind    von    diesen    Leuten    gefahren    worden.    Ziemlich beeindruckend   –   und   natürlich   wurden   wir   mit   unseren   10   Jahren   im   südlichen   Afrika   nicht   ernst genommen. Macht    nix    –    ich    hätte    gerne    ein    paar interessante      Geschichten      über      ihre Reisen   gehört… Aber   diese   Geschichten beschränkten   sich   auf   das   Fahren,   die Grenzüberquerungen,     das     Reparieren von     Pannen     und     das     Warten     auf Ersatzteile.    Und    was    habt    ihr    in    den Ländern       erlebt?       Was       habt       Ihr gesehen???!?   Ööööhhhh,   naja,   also   …. Als   wir   damals   die   lange   Strecke   über   X nach   Y   gefahren   sind,   da   mussten   wir die   Z-Brücke   umfahren,   weil   sie   unter uns    zusammen    gebrochen    wäre.    Und das     hat     die     Fahrzeit     dann     um     10 Stunden   verlängert   und   wir   mussten   doch   am   nächsten Tag   ….      Im   Prinzip   kam   die   gleiche Art   Stories, die   ich   hier   auf   dieser   Webseite   auch   erzähle.   Trotzdem   gibt   es   da   einen   Unterschied:   Ich   warne   weiter vorne   auf   der Webseite,   dass   hier   keine   Reiseberichte   zu   finden   sind,   sondern   nur   Geschichten   rund   um den   Unimog.   Ich   muss   diese   Einschränkung   machen,   da   ich   sonst   nicht   aufhören   kann   zu   erzählen. Sollten   wir   uns   mal   privat   treffen,   dann   vermeidet   unbedingt   den   Satz   „Erzählt   doch   mal   von Afrika“! Warum?   Weil   das   der   letzte   Satz   gewesen   sein   dürfte,   den   Ihr   an   diesem   Abend   komplett   aussprechen durftet.    Mit    anderen    Worten    war    ich    ein    bisschen    enttäuscht    über    die    Berichte    der    „richtigen“ Overlander.   Auf   diesen   Reisen   scheint   es   hauptsächlich   um   das   Fahren   und   das   „Mal   da   gewesen   zu sein“ zu gehen…. und nicht um „wir sind hier und lassen uns von dem Land  überraschen“. Dass   wir   nicht   wirklich   zu   den   Overlandern   passen,   wurde   uns   von   einer   anderen   Untergruppe   dieser Reisenden   zusätzlich   bestätigt.   Es   sind   Menschen   bei   uns   vorbei   gekommen,   die   eine   dieser   Fernreisen organisiert   unternommen   haben.   Mit   anderen Worten:   Man   sucht   sich   einen Anbieter,   der   Fahrzeug   und Reiseplanung   stellt   und   fährt   in   der   Gruppe   „From   Cape   to   Cairo“   oder   entlang   der   Seidenstraße   oder oder   oder…. War   mir   ziemlich   neu   dass   es   so   was   gibt   –   aber   wenn   man   mehr   Geld   als   Zeit   hat,   ist   das sicher   keine   schlechte   Idee   für   so   eine   Reise.   Von   einem   Vertreter   dieser   Art   „Overlander“   haben   wir erklärt   bekommen,   dass   wir   ein   „Fake“   sind   –   und   danach   war   sein   Interesse   an   uns   erloschen. Scheinbar   ist   dieser   Typ   des   Reisenden   so   stolz   auf   das   unternommene Abenteuer,   dass   er   sich   nur   mit den   Menschen   unterhält,   die   mit   ihm   auf   Augenhöhe   sind.   Ok   –   auch   damit   kann   ich   leben.   So   elitär sind   wir   nicht. Wir   haben   auf   dieser Tour   eine   ganze   Menge   sehr   lieber   Menschen   kennengelernt,   die   in ihrem   Leben   noch   nie   außerhalb   von   Südafrika   waren   –   und   teilweise   von   ihrem   eigenen   Land   weniger gesehen haben als wir. Auf diese Bekanntschaften möchte ich auf keinen Fall verzichten! Worauf   ich   allerdings   verzichten   kann,    das   ist   die   Bekanntschaft   der   „Ich   möchte,   dass   Ihr   mich kennt“-Reisenden.      Das      klingt      jetzt arrogant    –    aber    lasst    es    mich    bitte erklären.   Ein   Prototyp   dieses   Exemplars stand   an   der   offenen   Tür   der   Unimogs und    brüllte    so    lange    „Hallo!    Hallo! Hallo!“     bis     endlich     einer     von     uns auftauchte.   Ich   hatte   zu   dem   Zeitpunkt mit    heftigen    Kopfschmerzen    auf    dem Bett   gelegen   und   wollte   eigentlich   nur noch   meine   Ruhe   –   aber   dieser    Mensch kannte     keine     Gnade.     Das     Gespräch begann   mit   „Ich   habe   das   Auto   gesehen und   habe   da   mal   eine   Frage.   Also,   ich habe…..“      und      dann      begann      der Monolog.   Eine   halbe   Stunde   später   kannten   wir   seine   Lebensgeschichte,   die   seiner   Frau,   die   seiner südafrikanischen   Freunde   und   den   Namen   seines Autos.   Zu   diesem   Zeitpunkt   wartete   ich   immer   noch auf   die   angekündigte   Frage.   Später   wurden   wir   darüber   aufgeklärt,   dass   wir   unser   Auto   wegen   des temporären   Imports   mit   Carnet   de   Passage   nicht   in   Südafrika   verkaufen   dürfen.   (Danke!   Das   ist   eine wichtige   Information   zu   einem   Problem,   dass   wir   nicht   haben   und   ganz   sicher   auch   nicht   bekommen werden.)   Als   er   von   seiner   Frau   nach   gefühlten   zwei   Tagen   zum   Abendbrottisch   gerufen   wurde, kannten   wir   die   Frage   immer   noch   nicht.   Dies   war   nicht   der   erste   „Besuch“   dieser   Art   –   aber   er   war definitiv einer der nervigsten. Ich   habe   irgendwo   in   einem   dieser   Berichte   mal   geschrieben,   dass   wir   uns   über   jeden   Besuch   auf unseren   Stellplatz   freuen.      Das   war   leichtsinnig   von   mir   –   und   muss   nun   korrigiert   werden:   Wir   freuen uns    über    jeden    Besuch    auf    unseren Stellplatz,   wenn   wir   auf   unseren   Stühlen vor    dem    Unimog    sitzen    und    nichts anderes      tun      als      ein      bisschen      zu quatschen!    Ich    finde    die    Geschichten unserer   Besucher   interessant,   wenn   sie mir    nicht    aufgezwungen    werden.    Wir sind   keine   Filmstars   und   können   nicht damit   umgehen,   dass   sich   jemand   mit uns   unterhält   –   nur   um   hinterher   sagen zu   können,   dass   er   mit   uns   geredet   hat. Auch   wenn   wir   offen   sichtbar   auf   einem Campingplatz   stehen,   beginnt   auch   bei uns   die   Privatsphäre   an   der   Eingangstür unseres Fahrzeugs. Fotoshooting Nach   über   2   Wochen   haben   wir   vor   der   Hitze   kapituliert   und   für   einen   Tag   eine   fahrende   Klimaanlage gemietet.   Um   die   Klimaanlage   drum   herum   war   ein   Fahrwerk,   drunter   waren   Räder   und   vorne   war   ein Motor montiert, so dass wir mit diesem kleinen Auto gut gekühlt(!!!) durch den Park fahren konnten. Es    war    GöGas    Idee.    Eine    der    besten, die    er    in    diesem    Urlaub    hatte.    Ich    war    zunächst    nicht    so begeistert.   Wieso   sollte   ich   mich   in   ein –   zugegeben   kühles   –   Auto   setzten   und den    Unimog    stehen    lassen?    Und    das Ganze    auch    noch    für    einen    Haufen Geld?    Der    „Haufen    Geld“    reduzierte sich     nach     einem     kurzen     Check     im Internet   auf   15€   für   einen   ganzen   Tag bei   Abholung   des   Wagens   am   Flugplatz Skukuza.    Und    damit    hatte    sich    mein erstes   Argument   in   Luft   aufgelöst.   Als GöGa    dann    noch    vorschlug,    dass    ich das   Auto   für   einen   halben   Tag   fahren dürfte,   damit   ich   endlich   einmal   Fotos von   dem   Unimog   und   den   Tieren   um ihn    rum    machen    könnte,        war    ich begeistert.   Gebucht   wurde   das   Ding   im   Internet   –   und   nach   einem   kurzen   Telefonat   konnte   der   Wagen kostenfrei auch an die Rezeption des Skukuza Camps gebracht werden. Perfekt! Danach   haben   wir   einen   Nachmittag   mit   einem   Unimog/Wildlife   Fotoshooting   verbracht.   Die   dabei entstandenen   Bilder   sind   über   diese   Seite verteilt.   Ich   weiß:   Eigenlob   stinkt… Aber mir   gefallen   einige   davon   ziemlich   gut. Dabei   gilt   mein   Dank   auch   den   extrem kooperativen    Tieren.    Eine    Giraffe    hat mindestens   10   Minuten   direkt   neben   dem Unimog    gefressen.    Eine    kleine    Herde Zebras    ist    hinter    ihm    über    die    Straße gelaufen   –   und   2   Minuten   später   wieder zurückgekommen.      Und      eine      Herde Elefanten   standen   direkt   vor   dem   Dicken auf der Straße. Diese    Elefanten    haben    allerdings    mein Adrenalin   ziemlich   in   die   Höhe   gejagt. Ich   habe   sie   am   Straßenrand   gesehen,   GöGa   über   Funk   Bescheid   gegeben,   dass   er   mich   überholt, wendet   und   sich   in   Position   bringt.   Dabei   habe   ich   aus   lauter   Eifer   der   Matriarchin   den   Weg   auf   die Straße   versperrt.   Dieses   riesige   Tier   stand   direkt   neben   mir   und   schaute   leicht   genervt   durch   das Fenster   auf   der   Fahrerseite   ins Auto.   Ich   bin   schleunigst   verschwunden   –   und   die   ganze   Bande   lief   vor dem   Mog   auf   die   Straße.   Und   lief   weiter   und   weiter   und   weiter   –   immer   auf   den   Mog   zu.   Sie   sind   dem Dicken   so   nah   gekommen,   dass   auf   den   Fotos   teilweise   nur   noch   das   Dach   des   Mogs   zu   sehen   war. GöGa   konnte   nicht   anders,   als   ihnen   rückwärts   auszuweichen.   Die   Krügerparkelefanten   sind   relativ entspannt,   so   dass   die   Situation   ganz   ruhig   ablief.   Die   einzige,   die   herum   hektisierte   war   ich.      Elefanten ganz nah machen mich nach den letzten Erfahrungen ziemlich nervös…. Was ein Unterschied!!! Als    wir    an    diesem   Abend    wieder    zurück    im    Camp    waren, wollte   ich   mich   das   erste   Mal   in   diesem   Urlaub   nicht   direkt zum   Sterben   ins   Bett   legen.   So   eine   Klimaanlage   hat   schon was.   Man   kann   die   Hitze   deutlich   entspannter   ertragen.   Und deswegen   wird   der   Mog   auch   eine   Klimaanlage   bekommen. GöGa    denkt    sogar    über    ein    doppeltes    System    nach:    Eine Klimaanlage,   die   während   der   Fahrt   betrieben   wird   und   sowohl die   Fahrerkabine   als   auch   Wohnkabine   kühlt      oder   bei   Bedarf auch   beheizt   –   und   eine Anlage   für   „normale“ WoMos,   die   man am   Stellplatz   an   das   Stromnetz   anschließen   kann.   Wie   wir   das realisieren, ist noch nicht ganz klar – aber ich werde berichten! Aber   es   gab   noch   einen   anderen   Unterschied   bei   der   Fahrt   in dem      kleinen      Auto:      Wir      werden      von      den      anderen Fahrzeuginsassen    –    und    insbesondere    von    den    Fahrern    der Gamedrive    Vehicle    –    völlig    anders    behandelt.    Bei    einem besonderen   Sighting   im   Krügerpark   –   Löwe,   Leopard,   Gepard oder Wilddog   –   wurde   ein   System   eingeführt,   damit   die   Straßen nicht   völlig   blockiert   werden.   Auf   der   einen   Seite   der   Straße können   Autos   vorbei   fahren,   während   sich   auf   der   Seite   der Straße,   an   der   das   Tier   liegt,   eine   Schlange   von   Autos   bildet. Jeder   darf   dann   für   ein   paar   Sekunden   die   Position   einnehmen, von   der   aus   das   Tier   zu   sehen   ist,   kann   ein   paar   Fotos   schießen und   muss   dann   weiter   fahren.   Während   den   Busse   oder   den   größeren   Wagen   eine   Verweildauer   von   20 Sekunden    und    mehr    eingeräumt    wird,    werden    PKWs    von    den    Fahrern    der    Gamedrive    Vehicles angemeckert,   wenn   sie   länger   als   5   Sekunden   auf   dieser   Position   bleiben.   Prinzipiell   ist   diese   Form   der Tierbeobachtung   nix   für   uns   –   aber   manchmal   landet   man   einfach    mitten   drin   und   dann   kann   man   sich das Tier auch ansehen, wenn man eh schon mal da ist. Auch    im    Unimog    können    wir    die    Sichtung    einer    Großkatze    so    nicht    wirklich    genießen    –    aber angemeckert   werden   wir   nicht.   Im   Gegenteil   –   eigentlich   werden   wir   wie   ein   zusätzliches   Sighting behandelt,   dass   die   Guides   ihren   Gästen   präsentieren.   Wir   haben   nicht   gerade   den   Stellenwert   eines Löwen   –   aber   wir   schienen   ungefähr   so viel    wie    ein    einzelner    Elefantenbulle wert   zu   sein.   Das   war   uns   nicht   bewusst –   bis   wir   mit   dem   kleinen Wagen   mitten in    einen    „Löwenstau“    gerieten.    Auf einmal     waren     wir     lästiger     als     eine Schmeißfliege.      Wir      brachten      den Guides      kein      Geld,      da      wir      uns offensichtlich   weigerten,   uns   von   ihnen durch   den   Park   fahren   zu   lassen   –   und standen    zusätzlich    noch    im    Weg,    so dass   sie   ihre   Gäste   nicht   sofort   in   die optimale   Foto-Position   zu   dem   Löwen bringen   konnte.   Wir   waren   ungefähr   so beliebt,    wie    ein    Tomatensaftfleck    auf einem   weißen   Hemd.   Ich   bin   mir   nicht   sicher,   ob   ich   ohne   Unimog   noch   einmal   den   Süden   des Krügerparks besuchen möchte…..
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